„The Kids Are All Right“ – Annette Bening und ihre Oscar-Chancen

Gestern war ich nun endlich in „The Kids Are All Right“ und fand den Film insgesamt schon sehr gut – wenn ich maximal fünf Sterne zu vergeben hätte, bekäme er vier.

Inhalt

Die Regisseurin Lisa Cholodenko erzählt von dem lesbischen Paar Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore), das mit seinen Kindern, dem 15-jährigen Laser (Josh Hutcherson) und der 18-jährigen Joni (Mia Wasikowska), in Los Angeles ein im Großen und Ganzen harmonisches Familienleben führen. Sicherlich hatten Nic und Jules schon einmal glücklichere Zeiten, aber sie meistern ihren Ehealltag. Nun nehmen Joni und Laser Kontakt zu ihrem leiblichen Vater auf – sie wurden beide mit den Samen desselben Spenders gezeugt – und dadurch kommt tritt der Restaurantbesitzer Paul (Mark Ruffalo) in das Leben der Familie und bringt es gehörig durcheinander.

Kurzkritik

Im Grunde genommen erzählt Lisa Cholodenko also eine ganz normale, tragikomische Familiengeschichte, die vor allem dank ihrer Normalität überzeugt und mit viel Dialogwitz bestens unterhält. Herausragend sind aber die Darsteller. Julianne Moore ist wunderbar natürlich als unsichere Jules, die stets auf der Suche nach Bestätigung ist. Annette Bening ist großartig als toughe Nic, dabei wirkt sie weitaus herber als in ihren sonstigen Filmen. Hat Annette Bening zuletzt in Filmen wie „American Beauty“ und „Being Julia“ vor allem als hysterische Ehefrau geglänzt, spielt sie hier mit viel Strenge und Souveränität. Auch Mark Ruffalo überzeugt als charmanter Samenspender weitaus mehr als in „Shutter Island“. Alles in allem ist „The Kids Are All Right“ also eine sehenswerte und sehr unterhaltsame Indie-Komödie!

Oscar-Chancen

Im Hinblick auf die Oscars werden vor allem Annette Bening Chancen eingeräumt, die ja tatsächlich sehr gut in der Rolle der Nic ist. Aber das Hauptproblem ist meines Erachtens, dass Julianne Moore und Annette Bening sehr glaubwürdig als lesbisches Paar sind – und wie schon bei Susan Sarandon und Geena Davis als „Thelma & Louise“ ist es schwierig zu sagen, dass Bening besser ist. Vor allem überrascht mich die Diskussion über die Einordnung von Julianne Moore als Nebendarstellerin. Ohne die Leinwandminuten gezählt zu haben, war für mich Julianne Moore eindeutig der bestimmendere Charakter. Allerdings ist dies vermutlich tatsächlich die größte Chance für beide Darstellerinnen: Sollte eine von ihnen – und das wird wohl Julianne Moore – in die Nebendarstellerkategorie gesteckt werden, könnten beide gewinnen und würden einander nicht die Stimmen wegnehmen. Zumal sie beide bei den Oscars überfällig sind: Bening war bereits dreimal erfolglos nominiert, Moore sogar schon viermal.

Abgesehen von den Darstellerinnen räume ich dem Film aber auch Chancen auf eine Nominierung als bester Film ein – schließlich hat die Academy ein Herz für erfolgreiche Sundance-Komödien, außerdem könnten das Lisa Cholodenkos Drehbuch und Mark Ruffalo als bester Nebendarsteller eine Nominerung erhalten.

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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. […] Schauspielerin Annette Bening – „The Kids Are All Right” Nicole Kidman – „Rabbit Hole” Jennifer Lawrence – […]

  2. […] Ich freue mich riesig, dass Lisa Cholodenko and Stuart Blumberg einen Preis für das Drehbuch von „The Kids Are All Right“ erhalten haben! Aber auch die New Yorker Filmkritiker lieben „The Social Network“ und […]

  3. […] Hauptdarstellerin 1. Natalie Portman, „Black Swan“ 2. Annette Bening, „The Kids Are All Right“ 3. Jennifer Lawrence, „Winter’s Bone“ 4. Julianne Moore, „The […]

  4. […] Schnitt. Die besten Chancen hat fraglos Natalie Portman als beste Hauptdarstellerin, sie gilt neben Annette Bening als Favoritin auf diesen Preis. Ihre Leistung in „Black Swan“ ist in der Tat […]

  5. […] fantastisch und verfügt über eine beeindruckende Leinwandpräsenz. Aber gegen Natalie Portman und Annette Bening hat sie wohl keine Chance – obwohl ich sie als mindestens genauso gut einschätze und mich […]

  6. […] den Oscar als beste Hauptdarstellerin ist noch nicht einmal nominiert worden: Julianne Moore in „The Kids Are All Right“. Für mich war ihre Leistung herausragend: so unaufregt, aber dennoch zu Herzen gehend, so […]


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