Oscar 2011 – Überraschungen, Ärgernisse und Prognosen

Die Nominierungen sind nun raus – und die richtig großen Überraschungen sind sicherlich ausgeblieben. Die kleinen unerwarteten Entscheidungen haben mich hingegen weitgehend erfreut – insbesondere die Nominierung von Javier Bardem als bester Hauptdarsteller finde ich ganz großartig!

Julianne Moore in "The Kids Are All Right" (c)Universal, Suzanne Tenner

Ohnehin kann ich mit den Kandidaten der Schauspieler-Oscars sehr gut leben – mit einer großen Ausnahme: Dass Julianne Moore NICHT für „The Kids Are All Right“ berücksichtigt wurde, ärgert mich sehr. Sie war so großartig in dem Film und würde ich allein über den Oscar in diesem Jahr entscheiden, würde ich ihn ihr geben. Sicherlich waren auch Annette Bening und Natalie Portman (in „Black Swan“) toll, aber Julianne Moore hat mich umgehauen. Nun wurde sie noch nicht einmal nominiert. 😦

Die zweite Nicht-Berücksichtigung, die mir heute Nachmittag den Ärger ins Gesicht getrieben hat, ist die von Christopher Nolan als bester Regisseur für „Inception“. Es ist das dritte Mal nach „Memento“ und „The Dark Knight“ das seine Leistung als Regisseur von der Academy übersehen wurde, das ist eine Frechheit. Wenigstens hat er bei den Drehbuchautoren einen guten Stand, denn hier wurde er ja nominiert.

Jeff Bridges, Hailee Steinfeld in "True Grit" (c) Lorey Sebastian/Paramount

Nun zu den kleinen Überraschungen: Hailee Steinfelds Nominierung als Nebendarstellerin hatte ich vorhergesagt, nun herrscht in dieser Kategorie auch richtig Spannung. Das gute Abschneiden von „True Grit“ scheint den Kritiken nach gerechtfertigt zu sein. Im Sinne des Independentkinos heiße ich gut, dass „The Illusionist“ den Vorzug vor „Rapunzel – Neu verföhnt“ erhalten hat. Gleiches gilt für das gute Abschneiden von „Winter’s Bone“. James Francos doppelter Präsenz als Nominierter und Moderator sehe ich mit gemischten Gefühlen, aber ich bin ohnehin gespannt, wie Anne Hathaway und James Franco ihren Job machen. Und Mike Leighs Nominierung für das Drehbuch von „Another Year“ finde ich gewöhnungsbedürftig, da er bekanntermaßen den Film mit seinen Schauspielern erarbeitet. Dann hätte man wenigstens die Schauspieler gleich mit nominieren sollen und damit Lesley Manville zur verdienten Anerkennung verholfen. 😉

Diese Nominierungen versprechen meines Erachtens vor allem Spannung. Bislang war „The Social Network“ DER Oscar-Favorit, dann kam der überraschende PGA-Award-Gewinn von „The King’s Speech“ und nun wird „True Grit“ zu einem ernsthaften Konkurrenten. Selbst die kleinen Anzeichen helfen in diesem Jahr kaum weiter. Oft gewinnt der beste Film auch den Oscar für den besten Schnitt, hier ist „True Grit“ aber nicht nominiert. Meistens muss der Regisseur des besten Films wenigstens nominiert sein, dadurch engt sich das Feld weiter ein. „Black Swan“ ist wiederum nicht in der ebenfalls wichtigen Drehbuchkategorie nominiert.

Oscar-Favorit: "The King's Speech" (c) Senator Entertainment AG

Damit bleiben eigentlich nur noch drei Oscar-Anwärter: „The King’s Speech“, „The Social Network“ und „The Fighter“. Aber das sind nur Einschätzungen …

 

Advertisements
Published in: on 25. Januar 2011 at 19:14  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , ,

The URI to TrackBack this entry is: https://filmpreise.wordpress.com/2011/01/25/oscar-2011-uberraschungen-argernisse-und-prognosen/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: