Oscar 2011 – Javier Bardem und „Biutiful“

© 2011 PROKINO Filmverleih GmbH

Das Drama von Alejandro Ganzález Iñarritu erzählt von dem kleinen Gauner Uxbal (gespielt von Javier Bardem), der sich in Barcelona mit illegalen Geschäften durchs Leben schlägt. Uxbal ist ein Typ, auf den man sich verlassen kann. Er kümmert sich rührend um seine Kinder, seine manisch-depressive Exfrau (herzzerreißend: die argentinische Schauspielerin Maricel Álvarez) und die illegalen afrikanischen Einwanderer. Zugleich ist er aber auch ein Profiteur der Not anderer; er verdient sein Geld, indem er für die senegalesischen Händler die Polizei besticht und illegale chinesische Einwanderer als billige Arbeitskräfte vermittelt. Doch dann erhält Uxbal die Nachricht, dass er Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium hat. Mit dieser Diagnose wird er zurückgeworfen auf die Frage, die für ihn entscheidend ist: Wird er eine Erinnerung in der Welt zurücklassen? Nur wenige Wochen bleiben ihm, um seine Hinterlassenschaften wenigstens moralisch zu ordnen. Und davon handelt dieser großartige Film. Eine ausführliche Kritik zu „Biutiful“ von mir findet ihr bei spielfilm.de, deshalb will ich mich hier kurz fassen

Oscar-Chancen
„Biutiful“ wurde für zwei Oscars nominiert: als bester fremdsprachiger Film und für den besten männlichen Hauptdarsteller. Lange Zeit galt „Biutiful“ als der sichere Gewinner und haushoher Favorit für den Auslands-Oscar. Aber dann gewannen andere Filme die Kritikerpreise in den USA und auch der Golden Globe ging an den dänischen Beitrag „In einer besseren Welt“. Mit den Nominierungen hat die Academy für weitere Überraschungen gesorgt, so dass das Feld sehr unübersichtlich geworden ist. Sicherlich hat das mexikanische Drama weiterhin gute Chancen auf einen Oscar – und ich zähle es neben den Film aus Dänemark und Kanada auch zu den Favoriten.

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Nachdem er den Darstellerpreis in Cannes gewonnen hat, erging es Javier Bardem ähnlich wie „Biutiful“: Er galt als Favorit für den Oscar, doch dann gewannen Jesse Eisenberg und Colin Firth die Auszeichnungen in den USA. Noch nicht einmal mehr eine Nominierung erschien selbstverständlich, obwohl sich prominente Kolleginnen wie beispielsweise Julia Roberts dafür einsetzten. Doch rechtzeitig vor der Oscar-Verleihung wurde Javier Bardem überraschend für einen Bafta nominiert – und schließlich auch für einen Oscar. Fraglos liefert er eine grandiose Leistung in „Biutiful“ ab. Aber in diesem Jahr wird wohl kaum ein Weg an Colin Firth vorbeigehen. Im Gegensatz zu Firth hat Javier Bardem bereits einen Oscar für „No Country For Old Men“ gewonnen, außerdem hätte meiner Meinung nach Colin Firth bereits im letzten Jahr den Preis verdient gehabt – wenn man alleine nach der schauspielerischen Leistung geht. Und in diesem Jahr müsse einiges passieren, dass er erneut leer ausgeht. Deshalb gilt für Javier Bardem in diesem Jahr der alte Satz: Es ist eine Ehre, nominiert zu sein.

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Published in: on 11. Februar 2011 at 17:13  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. […] auch Javier Bardem war in „Biutiful“ fantastisch und ist mir zu Herzen gegangen. Deshalb interessiert mich auch in der vermutlich […]


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