Oscar 2011 – Wer erhält den Academy Award als bester Film

Heute Nacht ist es endlich soweit! Das Warten, Spekulieren und Wahrsagen hat ein Ende und die Oscars werden vergeben. Nachdem die Saison ja sehr überraschungsarm gestartet ist, gibt es dank des späten Preisregens für „The King’s Speech“ doch eine durchaus spannende Oscar-Nacht. Und ich weiß ja nicht, irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass man „True Grit“ noch nicht abschreiben sollte …

Ohnehin ist die Auswahl der zehn nominierten Filme in diesem Jahr nach meiner Meinung recht zufriedenstellend. Deshalb heute zum letzten Mal die Frage an Euch: Welchem Film würdet Ihr den Oscar als bester Film geben?

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Published in: on 27. Februar 2011 at 08:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hat „Inception“ Chancen auf einen Oscar?

Nun war auch ich gestern endlich in „Inception“ und kann nur in den Lobeshymnen-Chor einstimmen: Der Film ist tatsächlich die perfekte Mischung aus Spannung, Anspruch und Unterhaltung. Er vereint für mich alle Pluspunkte von Christopher Nolans bisherigen Filmen: die Komplexität der Handlung und Erzählweise von „Memento“ und „Prestige“, die gewaltige Bildsprache von „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ sowie die dichte Atmosphäre von „Insomnia“.

Die entscheidende Frage aber muss lauten: Hat „Inception“ Chancen auf einen Oscar? Meine klare Antwort: Ja! Nach meiner Einschätzung wird „Inception“ auf jeden Fall als bester Film nominiert. Dafür sprechen drei Gründe: Erstens hat die Academy noch die Schmach von „The Dark Knight“ wettzumachen, zweitens ist „Inception“ die perfekte Mischung aus Anspruch und Unterhaltung und drittens können die Oscars angesichts des im letzten Jahr begonnen Popularisierungstrends einen der erfolgreichsten Filme des Jahres nicht ignorieren.

Auch Leonardo DiCaprio hat sicherlich gute Chancen auf eine Nominierung entweder für „Shutter Island“ oder „Inception“. Allerdings sind sich beide Rollen durchaus ähnlich und die Konkurrenz bei den Männer könnte unter anderem mit Javier Bardem („Biutiful“) unglaublich stark besetzt sein. Von den anderen Schauspielern in „Inception“ schätzen die Blogger von „Awards Daily“ noch Marion Cottilard als Oscar-Kandidatin ein. Aber hier bin ich eher skeptisch.

Weitere Oscar-Nominierungen für „Inception“ erwarte ich in den Kategorien „Beste Regie“, „Bestes Originaldrehbuch“, „Bester Schnitt“, „Beste Kamera“, „Beste Ausstattung“, „Beste Original Score“ und „Beste Visual Effects“.

Ob „Inception“ aus einen Oscar gewinnt, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorherzusehen. Der Film ist für mich sicherlich ein Favorit – aber viele heiße Kandidaten auf einen Oscar werden in den nächsten Monaten erst noch in Deutschland anlaufen!

Die Oscar-Filme: „Avatar“

Inhalt

Nachdem die Ressourcen auf der Erde aufgebraucht sind, suchen die Menschen im Weltall nach Alternativen. Auf dem Mond Pandora wurde ein begehrter Rohstoff entdeckt, allerdings ist der Abbau schwierig. Zum einen ist die Atmosphäre für Menschen giftig, zum anderen lebt dort eine humanoide Spezies namens Na’Vi. Mithilfe eines Avatar-Programms soll der Soldat Jake Sully die Na’Vi besser kennenlernen und im Sinne der Army zum Weggang bewegt werden. Ansonsten droht ein militärischer Angriff. Aber Jake verliebt sich in die Na’Vi Neytri und wechselt die Seiten.

Kurzkritik

Aufgrund seines Inhalts ist „Avatar“ sicherlich kein herausragender Film. Alle Elemente der Geschichte hat der Zuschauer schon einmal gesehen, deshalb gibt es auch keine erzählerischen Überraschungen. Vielmehr ist der Film eine Mischung aus „Pocahontas“, „Der mit dem Wolf tanzt“ und anderen bekannten Filmen. Womit „Avatar“ hingegen überzeugt, ist seine Ästhetik. Hier hat James Cameron eine bombastische Welt geschaffen, so dass der Film für den Zuschauer zu einem visuellen Genuss wird. Doch auch hier erinnert manches an Bekanntes, vor allem die Angriffsmaschinen der amerikanischen Soldaten sind den meisten aus „Star Wars“ bekannt.

Für meinen Geschmack war der Film visuell ansprechend, aber zu lang. Die nicht ohnehin vorhersehbare Geschichte wird langsam und vor allem detailverliebt erzählt. Sicherlich trägt diese Erzählweise zu dem ästhetischen Genuss bei, doch ein wenig mehr Tempo hätte dem Film nicht geschadet. Überraschend war für mich, dass der Film eine sehr unamerikanische Haltung einnimmt. Die Parallelen zu aktuellen Ereignissen beispielsweise im Irak sind offensichtlich, die Botschaft ebenso klar: Raus aus einem fremden Land!

Oscarchancen:

Der Film hat gute Chancen auf den Oscar als besten Film, dafür spricht nicht nur der Gewinn des Golden Globes, sondern auch der Erfolg von „Avatar“ an den Kinokassen. Allerdings trägt das neue Abstimmungssystem meines Erachtens dazu bei, dass Filme, die eine breite Mehrheit gut findet, bessere Chancen haben. Und gegen „Avatar“ spricht bei den Oscars gerade sein größter Vorzug: die ästhetische Brillanz, die eindeutig höher als Handlung und Schauspieler gewertet wurde. Die größte Gruppe der stimmberechtigten Mitglieder sind nun einmal die Schauspieler, die deshalb traditionell auch darstellerlastige Filme bevorzugen.

Published in: on 21. Februar 2010 at 13:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Oscar-Filme: „A Serious Man“

Inhalt
Der Physiker Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) führt ein beschauliches Leben im Mittleren Westen der USA. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und hofft auf eine Festanstellung. Dann eröffnet ihm seine Frau, dass sie sich von ihm trennen will und fortan mit dem verwitweten Sy Ableman zusammenleben will. Damit beginnt für Larry eine Reihe von Rückschlägen, die ihn an seinem bisherigen Leben zweifeln lassen. Er sucht die Hilfe verschiedener Rabbis, die ihm aber nicht wirklich helfen können. Dennoch scheint sich plötzlich alles zum Guten zu wenden – doch der Film endet offen.

Kurzkritik
Den Coen-Brüdern ist eine schwarze Komödie gelungen, in der sie nach eigener Aussage einige Erinnerungen an ihre eigene Kindheit in den USA filmisch aufgreifen. Vermutlich aus diesem Grund erschließen sich manche Anspielungen und Witze nicht sofort. Der Zuschauer braucht schon gutes Hintergrundwissen über die jüdische Kultur und das Leben im Mittleren Westen, um diese Komödie wirklich schätzen zu können.

Oscarchancen
„A Serious Man“ wird bei der Verleihung keine große Rolle spielen. Chancen auf den Oscar als bester Film hat die Komödie vor allem deshalb kaum, weil die Coen-Brüder erst vor zwei Jahren für „No Country for Old Man“ ausgezeichnet wurde. Allenfalls ein Preis für das beste Drehbuch ist möglich, allerdings haben sie hier mit „The Hurt Locker“ und vor allem Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ große Konkurrenz.

Published in: on 21. Februar 2010 at 12:44  Schreibe einen Kommentar  
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Die Oscar-Filme: „The Hurt Locker“

Inhalt

Kathryn Bigelows Irakkriegs-Drama erzählt die Geschichte eines Bombenräumkommandos in Bagdad. Bei jeder Räumaktion werden die Soldaten nicht nur mit der drohenden Explosion des Sprengsatzes konfrontiert, sondern auch möglichen Fallen und Anschlägen. Die drei Männer des Räumkommandos gehen unterschiedlich mit dieser Herausforderung um: Specialist Owen Eldrige (Brian Geraghty) agiert zumeist vorsichtig, oft auch ängstlich, Sergeant JT Sanborn (Anthony Mackie) ist hingegen überlegt und tapfer und ihr neuer Squadleader Staff Sergeant William James (Jeremy Renner) ist ein Draufgänger, der bedenkenlos sein und das Leben andere aufs Spiel setzt. Im Verlauf des Films wird immer offensichtlicher, dass für James der Krieg wie eine Droge ist, ohne die er kaum sein kann.

Kurzkritik

Kathryn Bigelow erzählt die Geschichte des Räumkommandos in einem beinahe dokumentarischen Stil, der Zuschauer bekommt kein Identifiktationsangebot mit einer Figur, auch ergreift die Regisseurin politisch keine Partei. Dabei baut der Film große Spannung auf und zeigt alle Facetten des Krieges: den Tod, die Brutalität, die Heimtücke, aber auch die Männlichkeitsrituale der Männer und psychischen Belastungen.

Oscarchancen

Der Film gilt aufgrund seiner vielen Auszeichnungen als einer der Favoriten für die Verleihung. Insbesondere Kathryn Bigelow darf sich nach der Auszeichnung der DGA große Hoffnungen auf einen Oscar machen. Allerdings wäre eine Auszeichnung für Jeremy Renner angesichts der Konkurrenz in der Bester-Schauspieler-Kategorie eine große Überraschung und auch nicht unbedingt verdient.  Nach meinem Geschmack ist dies auch nicht der beste Film des Jahres. „The Hurt Locker“ ist sicherlich ein gutes Kriegsdrama – gerade für eine amerikanische Produktion. Aber in diesem Jahr sind Filme nominiert, die im Gesamtpaket besser sind.

Published in: on 21. Februar 2010 at 12:31  Schreibe einen Kommentar  
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